Alles neu, so schön neu

oder - Wie alt bist du eigentlich?

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich komme sehr oft in die Situation mein Alter verraten zu müssen. Nicht, dass ich damit ein Problem hätte. Ich bin sehr gerne 34. Was aber immer damit einhergeht ist:

  • „Was? Und da möchtest du dich jetzt nochmal beruflich umorientieren?“


  • „Schade, dass du nicht früher mit der Fotografie angefangen hast. Du könntest jetzt schon viel weiter sein.“

Ich gebe zu, kurz hab ich da gezuckt. Man selbst fühlt sich ja meistens jünger als man ist. Kommt einem eben nicht so lange vor dieses bereits gelebte Leben. Ja ja. Time flies when you´re having fun.


Dann steht da jedenfalls jemand, der dir durch die Blume sagt, dass du schon „alt“ bist.

Ja gut. Hab ich noch nie darüber nachgedacht. Aber mach ich jetzt mal.


Wenn ich bereits in jüngeren Jahren als Fotografin gearbeitet hätte, dann...

...und da stockt der Gedanke bereits. Hätte ich gar nicht machen können. Klingt komisch, aber das hätte nicht nur nicht funktioniert, sondern ich wäre erst gar nicht auf die Idee gekommen.

Vor 10 Jahren war ich ein völlig anderer Mensch.

Ich bin gerade von Hamburg nach Köln gezogen und war auf der Suche nach einem Job. Was Solides wollte ich machen. Im Büro sitzen. Schicke Klamotten tragen. An Meetings teilnehmen. Das ganze Zipp und Zapp.


Ich hatte hiervon ein ganz klares Bild in meinem Kopf. So klar, dass es tatsächlich so eintraf. Plötzlich saß ich in der Marketingabteilung eines Großkonzerns. Als brutaler Quereinsteiger. Wahnsinn!


Umgeben von einem tollen Team, habe ich hier alles gelernt was ich heute in Bezug auf den ganzen Computerkrempel weiß. Ich habe alles wissen wollen und mir wurde alles beigebracht. So wurde mir nach einem Jahr als Assistentin schon zugetraut, die neuen Mitarbeiter zu schulen. Plötzlich saß ich nicht nur im Meeting, ich stand in der Bütt.


Klar, dass mich diese Zeit geprägt hat.

Ich habe mich in so vielen Bereichen extrem weiterentwickelt. Beruflich und persönlich.

Heute, mit 34 Jahren, stehe ich also hier und habe letztes Jahr ein Fernstudium zur Fotodesignerin begonnen und mich Anfang des Jahres als Fotografin teilselbständig gemacht. Warum? Weil es mir Spaß macht und weil ich es kann. Jetzt. Als selbstständige Fotografin, oder Selbstständiger im Allgemeinen, muss man sich selbst organisieren. Man macht alles. Selbst und ständig.

Marketing, Buchhaltung, SEO, Kundenakquise, Kundenkorrespondenz, Homepage basteln, Terminkoordination und dann natürlich noch die nicht ganz unwichtige Sache an sich, Fotografieren.

Nie, niemals im Leben hätte ich das in jüngeren Jahren alles bewältigt. Weder die organisatorischen noch die menschlichen Herausforderungen. Mit Kritik umgehen, Niederlagen bewältigen, für sich selbst einstehen, nach vorne gehen. Das konnte ich damals schlichtweg einfach noch nicht.

Ich musste all diese Schritte gehen, damit ich heute hier auf festem Fundament stehen kann.

Deswegen ist es kein „so“, oder gar „zu spät“ für mich. Es ist genau der richtige Zeitpunkt.

 

Das ist natürlich super individuell. Vielleicht bist du jünger oder sogar noch „älter“ und überlegst, ob du was Neues anfangen sollst.

Mein Tipp: Wenn da eine Idee keimt und schon in deine Gedanken gefunden hat, mach´s. Dein Alter sollte das Letzte sein, was dich davon abhält. Niemand bestimmt darüber wann du aufbrichst. Nur du. Es ist deine Zeit.

Mein nächster Aufbruch ist auch schon in Sichtweite. Ebenso wie die 35.
Ich freu mich. Auf beides.

Wenn du vielleicht in einer ähnlichen Situation bist, oder Fragen hast, dann schreib mir gerne. Freue mich auf einen Austausch.


Ach ja… Ich bin auch auf Instagram und Facebook zu finden. Da sieht man was ich fotografisch so mache. Hin und wieder gibt es auch wahnsinnig unterhaltsame Stories. Also wenn du magst, dann follow me. Like me. Whatever. Du weißt schon.



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