...und es hat zoom gemacht

oder - Gut aussehen af bei Videokonferenzen


So. Wie wir alle wissen hat sich in unserem (Geschäfts-) Leben einiges verändert.

Videocalls stehen bei den meisten auf der Tagesordnung. Erst kürzlich hatte ich ein zoom Meeting mit einem Paar um uns online kennenzulernen. Das ist eine feine Sache und werde ich auch in Zukunft so anbieten. Gerade auch, wenn man nicht in derselben Stadt wohnt.

So kann man sich beschnuppern und entscheiden, ob man sich sympathisch ist und Lust auf eine Zusammenarbeit hat.

Während ich also so von ästhetischen und optisch anspruchsvollen Bildern erzähle, fällt mein Blick gezwungenermaßen immer wieder auf das kleine Bild rechts unten in der Ecke. Oh boy! An diesem Setting ist einfach alles falsch. Das Licht, der Bildausschnitt, meine Haltung. Alles.

Die Vollbildansicht bei meinen Gesprächspartnern wird da nicht schmeichelhafter sein. Sorry nochmal an dieser Stelle.


Damit ich zukünftig wieder guten Gewissens von hübschen Dingen sprechen kann und dabei selbst nicht aussehe wie ein schlecht ausgeleuchteter Müllhaufen, habe ich mich auf meine Erfahrung als Portraitfotografin besonnen und einige Tipps zusammengestellt.

Schaut mal. Vielleicht ist da etwas dabei, womit ihr etwas anfangen könnt.


Beleuchtung

Wenn ihr einen Büroraum mit einem, oder gar mehreren Fenstern besitzt, herzlichen Glückwunsch.

Ihr sollet euch nicht mit dem Rücken zum Fenster positionieren. Das Licht fällt dann direkt in die Linse. Die meisten Kameras versuchen dies automatisch auszugleichen und ihr verschwindet im Dunkeln. Idealerweise kommt das Licht von vorne und seitlich. Tendenziell auch eher von oben. Grundsätzlich kann man zum Thema Beleuchtung folgendes sagen: Hartes Licht erzeugt harte Schatten. Das bedeutet ihr solltet bei strahlendem Sonnenschein dafür sorgen, dass ein heller, dünner Vorhang oder auch ein Plissee Rollo das Licht streuen kann. Hat den gleichen Effekt wie eine Softbox.


Helle Plissees, mildern direkte Sonneneinstrahlung ab und wirken wie eine Softbox

Wenn das Meeting nicht bei Tageslicht stattfindet, dann muss die Schreibtischlampe herhalten. Idealerweise sogar zwei. Diese positioniert ihr links und rechts neben der Kamera. Achtet darauf, dass auch dieses Licht weich ist. Dies erreicht ihr mit einem hellen Lampenschirm, oder ihr richtet direktes Licht gegen eine nahe, weiße Wand. Wenn´s mal wieder länger dauert und gerade in der kalten Jahreszeit das Licht dann schwindet positioniert das Kunstlicht bereits vorab, sodass ihr es dann nur noch anknipsen müsst.


Kamerapositionierung / Bildausschnitt

Eure Kamera sollte sich auf Augenhöhe befinden. Mal abgesehen von den Hierachie-Geschichten, sorgt diese Perspektive einfach für gesunde Proportionen. Wenn ihr die im Laptop verbaute Kamera nutzt, könnt ihr diesen mit ein paar gestapelten Büchern, oder etwas dickeren Magazinen auf die richtige Höhe bringen. Achtet darauf, dass ihr eine aufrechte Haltung einnehmt und beim Sprechen in die Kamera schaut. Man tendiert nämlich dazu, höflich wie man eben so ist, seinen Gesprächspartnern auch auf dem Bildschirm in die Augen zu sehen. Um euch daran zu erinnern, könnt ihr einen kleinen Klebepunkt, o.ä. über der Kamera anbringen.

Wenn ihr unsicher seid, was ihr mir euren Händen machen sollt, nehmt einfach einen Stift in die Hand. So simpel wie wirksam.



Shitty Rigs

Magazine oder Bücher sorgen für die richtige Höhe der Kamera

Für den richtigen Bildausschnitt nehmt euch einfach ein klassisches Businessportrait als Vorbild. Der untere Bildrand sollte etwas unterhalb der Achseln liegen und über dem Kopf sollte noch etwas Platz zum oberen Bildrand sein. Damit sind wir auch schon direkt beim nächsten Thema.


Hintergrund

Nun gibt es ja einige technische Hintergrundlösungen. Hiervon rate ich persönlich allerdings ab.


  1. Weil es immer passieren kann, dass die Technik streikt und dann plötzlich merkwürdige Effekte kreiert werden, oder das was man ursprünglich nicht zeigen wollte dann eben doch zu sehen ist

  2. Schafft dieser kleine Blick den man den Menschen in seine privaten Räume gewährt Vertrauen. Und man hat ja auch echt nichts zu verbergen. Meistens jedenfalls.

Einfarbige Wände bieten natürlich einen optimalen Hintergrund. Da dies aber oft einfach nicht gegeben ist achtet darauf, dass nicht zu viel Unruhe, oder gar Chaos im Hintergrund herrscht. Regale sollten ordentlich und aufgeräumt sein. Wenn da Bilder stehen die privat bleiben sollen, weg damit. Man mag es nicht für möglich halten worauf manche Menschen alles so achten. Gerade wenn der Inhalt des Meetings langweilig des Todes ist.

Außerdem gut zu wissen: Entfernt Gegenstände die euch „aus dem Kopf wachsen“. Dekokram, Kerzenständer, Pflanzen, etc. können im Hintergrund zu seltsamen Geweihen oder Frisuren werden. Checkt das unbedingt vorher in eurem Bildausschnitt.

Wenn ihr genügend Platz habt, ist es auch nett anzusehen wenn der Hintergrund ein gutes Stück hinter euch liegt. Das gibt dem Ganzen eine schöne räumliche Tiefe.


Styling

Zum Schluss noch ein paar Stylingtipps.

Auch wenn´s gemütlich ist, aber zieht bitte keine Jogginghose an. Man strahlt einfach aus was man trägt. Außerdem, wenn man dann doch mal kurz aufstehen muss…

Es sei denn ihr tragt bei Präsenzmeetings sonst auch Jogginghosen. Dann go for it.

Sehr kleine Muster, ebenso wie sehr große Muster sind nicht besonders telegen. Bei kleinen Mustern tritt häufig der Moiré-Effekt auf (optischer Effekt, bei dem durch Überlagerung von regelmäßigen Rast

ern ein wiederum periodisches Raster entsteht, das spezielle Strukturen aufweist, die in keinem der Einzel-Muster vorhanden sind und bei Veränderung der Überlagerungsweise variieren. Quelle: Wikipedia). Große Muster lenken den Blick zu sehr ab. Darauf also besser verzichten.

Wenn Schwarz eure happy color ist, dann tragt sie auch. Seid euch nur bewusst, dass das je nach Licht- und Hintergrundsituation trist wirken kann.


Damit sind wir auch schon am Ende dieses kleinen, feinen Serviceposts angekommen. Wenn ihr da was für euch rausziehen könnt, freu ich mich. Ansonsten wünsche ich uns allen, dass wir bald wieder an Präsenzmeetings teilnehmen, Hände schütteln, umarmen können,... ihr wisst schon. Diese ganzen Dinge die einem doch so langsam ein bisschen fehlen.

Bleibt gesund Peeps!


PS: Eigentlich mache ich ja Fotos. Wenn ihr mal welche braucht, dann schreibt mir gerne. Hier auf meiner Website findet ihr auch mein Portfolio und weitere Informationen zu meinen fotografischen Tätigkeiten.

Auf Instagram bin ich auch.

www.instagram.com/denisefotodesign

Hier produziere ich für eine Geschäftsfrau zu wenig und für eine Privatperson zu viel Content. Freue mich aber arg über jede Art von Support.


Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

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